Am 28. Juli 1991 um die 17:00 Uhr habe ich mit 21 Jahren meine erst Deutsch Bier getrunken. Ich möchte sagen dass ich sehr wenig « Naturbier » in Frankreich getrunken habe, sonst immer mit was Süße drin, z. B. ein Monaco - Bier mit Grenadine Sirup. Ich weiß, hier klingt das verrückt, aber ab und zu ist schon nicht schlecht.
Ich kam von Frankreich mit ein Freund. Wir haben eine Pause in Köln gemacht beim Assoziation Franco-Allemande und sind weiter nach Kassel gefahren, wo dort wir sollten Deutsch in eine Schule lernen - was nicht so ganz geklappt hat :-) Wir sollten die Sprache lernen, weil war geplant das wir 1 Jahr in Deutschland bleiben sollten um die Kultur, die Leute und die Arbeitsmentalität kennzulernen. Das haben wir geschafft :-)
Als wir in Köln angekommen sind, sind wir von Franzosen und Deutschen begrüßt worden.
Ein bisschen bla bla und kam die berühmte Frage: „Bier?“
Und da der Schocke! Da kommt er mit ein Monsterflasche in die Hand. 0,5 l kaltes Bier! In Süd-Frankreich gibt meistens 0,25 l oder auch 0,33 l.
Ich fragt direkt, ob der nicht was kleines hat. Die Antwort war: « gibt nichts Kleines. »
Ok, kurz überlegt und dachte, keine Problem, kann ich noch ins Auto mitnehmen. Weil muss man wissen, das in Frankreich der Verschluß sieht genauso aus wie in Deutschland, nur der Unterschied ist man braucht keine Flaschenöffner man dreht einfach mit der Hand. Der Vorteil ist, der Verschluß wird nicht beschädigt und wir können die Flasche wieder schließen. Der Jung öffnet meine Flasche mit sein Zollstock, er war Zimmermann, meine Güte sah das cool aus und hat noch ein Pop gemacht. Richtig klasse das Ding. In Frankreich kommt bestimmt gut an. Mir war in dem Moment viel wichtiger, wie ich so locker ein Flasche öffnen kann, als Deutsch zu lernen.
Nach mein erst Schluck dachte ich: „das schaffe ich nie alles zu trinken und das ist verdammt herb und viel zu viel“. Ich fragt ganz vorsichtig, wie in DE das aussieht mit Wein. Die Antwort war brutal. Es ist unbezahlbar, damals über 3,50 DM für ein Glas und 1,40 DM für ein Glas Bier und das schlimmste kommt noch. Der Beaujolais nouveau (hier wird Primeur genannt) ist noch teurer - über 4,50 DM. Das war wie ein Schlag im Gesicht. Ich muss doch Bier trinken, wenn ich Abends raus gehe. Wasser ohne Kohlensäure war auch sehr teuer und schmeckt nicht. Aus der Leitung bekommen nur die Hunde. Meine letzt Hoffnung ist auch zerstört worden, Ricard und Pernod haben den gleichen Preis wie Cocktails.
Nach fast 1 Stunde habe ich meine Flasche leer getrunken, das Bier war inzwischen warm und ich hatte die Lampe am brennen. Da war ich froh, das ich nicht fahren müsst.
Abends sind wir in Kassel angekommen, und was gab...? BIER und nochmal BIER.
Von die geplant 1 Jahr in Deutschland sind jetzt 19 geworden und ich habe fast die ganze Zeit meine Meinung nicht mehr geändert. Ich trinke sehr, sehr wenig Bier… zu Haus - lieber in die Kneipe. Und ich muss sagen, deutsches Bier schmeckt lecker... et oui, nur Idioten ändern ihr Meinung nicht ;-)
Die Atmosphäre in die Kneipen wäre nicht so schön ohne der deutsch National- Getränke. Man hat schnell ein Bier spendiert, was ermöglicht ganz nett Gespräche oder Kontakte.
Bier ist ein Soziales Kommunikationsmittel, wie in Frankreich Stunden lang mit Freunden essen gehen - was auch sehr schön ist. Ich möchte natürlich nicht sagen das man Bier trinken muss um sozial zu sein, aber ich finde es sehr schön ab und zu mich mit Freunde treffen und ein paar Bier kippen :-)
PS: Ich habe viel schneller gelernt, wie ich eine Flasche Bier mit ein Zollstock öffnen kann als Deutsch zu lernen. Die Deutsche Sprache ist und bleibt meine größt Baustelle.
Gruß
Dominique